Minderungsbetrag Ein offener Brief an das Arbeitsamt | 04.10.2004

Dies ist ein Brief meiner Frau an das Arbeitsamt, nachdem sie ihren Bescheid wegen der Minderung des Arbeitslosengeldes bekommen hatte. Leider ist die Rechtslage zur Zeit so, dass man die Situation einfach hinnehmen muss. Auch der Arbeitgeber soll nur auf die Meldepflicht hinweisen, er muss nicht.
Vielen Dank an Cecilia, dass ich ihren Brief hier verffentlichen durfte. Vielleicht hilft dass dem einen oder anderen diese Fehler zu vermeiden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe vor einigen Tagen einen Brief der Bundesagentur fr Arbeit bekommen, betreffend der Erluterungen zum Bewilligungsbescheid - Minderung gem 140 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) erhalten. Wie ich aus dem Brief entnehmen konnte, werde ich Arbeitslosengeld ab dem 08.09.2004 bekommen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich ja Arbeitslosengeld beantragt. Von diesem Arbeitslosengeld werden 210,- EUR als Strafe einbehalten, da ich mich 114 Tage zu spt arbeitssuchend gemeldet habe.

Ich htte mich also schon am 17.05.2004 arbeitssuchend melden sollen, um diese Strafe zu vermeiden? Dann frage ich mich folgendes:

  1. Warum sollte ich mich arbeitssuchend melden wenn ich schon eine Arbeit habe? Mein damaliger Arbeitgeber hat mir damals zwei Mglichkeiten aufgezeigt: Entweder drfe ich bei der Firma weiter arbeiten, aber nur als 400-EUR-Kraft, oder ich msse meine Arbeit verlassen. Ich wollte nicht arbeitslos werden, ich wusste ja schon wie schwierig es fr mich als Auslnderin ist hier in Deutschland eine Arbeit zu finden. Deshalb war ich dankbar, dass ich berhaupt in der Firma bleiben drfte. In meinem Heimatland gibt es keine steuerfreie Beschftigungen, und ich hatte keine Erfahrung damit. Mein Arbeitgeber hat mir auch berhaupt keinen Hinweis gegeben (obwohl er das sollte), dass ich mich als Arbeitssuchende melden sollte. Ich habe gleich das nderungsformular ausgefllt und an das Arbeitsamt Bamberg geschickt. Da ich keine Antwort oder sonst irgendwas zurck bekam, dachte ich, es sei alles in Ordnung. Jetzt im Nachhinein wundere ich mich, warum mich die Bundesagentur fr Arbeit, nachdem sie meine nderungsmitteilung erhalten hat, nicht darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ich die Pflicht habe mich als arbeitssuchend zu melden, wenn ich eine geringfgige Beschftigung anfange?
  2. Ich war mit meiner geringfgigen Beschftigung zufrieden. Da ich unter einer psychischen Krankheit leide, vertrage ich absolut keinen Stress. Jede Stresssituation lst die Symptome der Krankheit aus. Die 4 Stunden am Tag, die ich gearbeitet habe, waren genug fr mich. Das war genau so viel wie ich meistern konnte - aber mehr nicht. Htte ich mich aber damals richtig verhalten und mich gleich arbeitssuchend gemeldet, htte ich, sobald ich einen Angebot einer Versicherungspflichtigen Beschftigung bekommen htte, meinen 400,- EUR Job beenden mssen und stattdessen die neue Arbeit annehmen mssen. Egal welche Arbeit mir vorgeschlagen wre, htte ich diese gleich annehmen mssen. Auerdem war ich und bin immernoch whrend der ganzen Zeit Hausfrau und Mutter. Das ist wohl auch eine Art "Vollzeitbeschftigung"? Ich glaube es gibt in Deutschland genug Hausfrauen und Mtter die einfach zu hause bleiben (z.B. weil der Ehegatte arbeitet) und sich weder arbeitssuchend melden noch Arbeitslosengeld beantragen - genau so wie ich. Werden die alle spter, wenn sie sich doch arbeitssuchend melden, und Arbeitslosengeld beantragen, mit einer solchen Minderung bestraft?

Warum eigentlich? Warum muss man eine andere Arbeit suchen, wenn man mit seiner zufrieden ist (auch wenn man wenig Geld verdient)? Ich wrde schon verstehen, dass das Arbeitsamt mchte, dass ich eine versicherungspflichtige Beschftigung annehme, wenn ich ab dem 17.05.2004 einen Antrag auf Arbeitslosengeld gestellt htte. Das habe ich aber nicht gemacht. Ich habe den Antrag erst am 08.09.2004 gestellt. Erst ab diesem Datum verlange ich irgendwelches Geld vom Arbeitsamt.

Wieso bekomme ich denn fr diese Zeit, whrend dessen ich kein Geld beantragt hatte, eine Minderung? Es ist wohl egal ob ich mich arbeitssuchend melde oder nicht, solange ich nichts vom Arbeitsamt verlange? Es ist wohl egal solange ich mit meiner Arbeit die ich habe und meinem Leben zufrieden bin?

Jetzt bin ich aber nicht besonders zufrieden. Ich htte bessere Informationen und Rckmeldungen, in so einem hoch entwickelten Land wie Deutschland, erwartet, ich habe mich aber anscheinend getuscht.

Es wre sehr nett von Ihnen wenn Sie mir einige Antworten auf meine Fragen geben wrden. Und schreiben Sie mir BITTE in einer einfachen Sprache, denn Deutsch ist nicht meine Muttersprache und ich tat mir schwer den letzten Brief zu verstehen. Vielen Dank!

Mit freundlichen Gren

Cecilia {Nachname}


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