Trackback vs. Pingback - warum hat Trackback gewonnen? | 28. October 2005 um 13:15 Uhr / Webdesign

Eingestellt am 28. October 2005 um 13:15 Uhr » Webdesign

Trackback kennt eigentlich fast jeder Blogger, warscheinlich auch Auto-Trackback, die automatische Methode Trackbacks zu versenden. Doch kennt ihr eigentlich Pingback? Ich habe mir die beiden Spezifikationen näher angesehen als ich Pingback in Jlog angefangen habe zu implementieren. Dabei fiel mir auf dass Pingback viele Vorteile gegenüber Auto-Trackback hat, dennoch wird Pingback fast gar nicht eingesetzt, ich frage mich warum?

Pingback ist eine Methode ein anderes Weblog anzupingen wenn man sich innerhalb seines eigenen Textes mittels eines Links auf diese Bezieht. Dabei ist definiert, dass die andere Seite den Pingback ablehnen kann/soll wenn es auf der Seite, die den Pingback sendet keinen Link zur angepingten Seite gibt. Wenn alles gut gegangen ist, erscheint im anderen Weblog ein Link, evtl mit Beschreibung, zum pingenden Blog (meist erscheint das als Kommentar, aber nicht immer). Das ganze läuft üblicherweise über HTTP Header, oder einen wirklich ganz kurzen Eintrag im HTML- Header, den man sehr schnell und einfach mit einem Regulären Ausdruck herausbekommt (und das nur als fallback, falls kein HTTP Header gesendet werden kann, was bei mit Serverseitigen Scripten betriebenen Seiten immer der Fall ist). Das ganze ist superfix und sicher. Durch die HTTP Header Methode ist es auch möglich Ressourcen anzupingen, die selbst gar kein HTML beinhalten, wie zum Beispiel PNG Bilder. Dann erscheint der Kommentar zum Bild an einer anderen dafür vorgesehenen Stelle.

Autotrackback macht vom Prinzip das gleiche. Pingen herausfinden wie die Trackback-URL ist und dort die Daten hinschicken. Der Unterschied ist, dass hierfür keine Header hergenommen werden können und man die ganze Seite herunterladen muss um an die RDF Informationen heranzukommen. Dann muss man wirklich aufwendig (am sinnvollsten wohl mit einem XML-Parser) die Daten aus diesem RDF Teil herauskramen. Das kostet alles viel Zeit und verlangsamt das Posten eines Beitrags bei mehreren Links nicht unerheblich, da die angepingten seiten auch mal ein paar hundert kB groß sein könnten (mit all ihren Sidebars und tausendfach verschachtelten Tabellen).

Beispiel eines vollständigen Headers mit Pingback:

HTTP/1.1 200 OK
Date: Sun, 08 Sep 2002 15:05:37 GMT
Server: Apache/1.3.26 (Unix)
Last-Modified: Thu, 28 Dec 2000 03:18:26 GMT
ETag: "65044-15b9c-3a4ab102"
Accept-Ranges: bytes
Content-Length: 88988
Connection: close
Content-Type: image/png
X-Pingback: http://charlie.example.com/pingback/xmlrpc

Da ist es jetzt nicht schwer sich das was in der Zeile mit X-Pingback: rechts vom Doppelpunkt steht sogar ohne eines Regulären Ausdrucks herauszubekommen. Man läuft das ganze durch und wenn am Anfang der String X-Pingback: gefolgt von einem Leerzeichen steht schneidet man von dieser Zeile die ersten 12 zeichen ab und hat die vollständige Ping URL.

Und hier was Trackback verlangt:

<--
<rdf:RDF xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#"
  xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/";
  xmlns:trackback="http://madskills.com/public/xml/rss/module/trackback/">
<rdf:Description
  rdf:about="http://www.foo.com/archive.html#foo"
  dc:identifier="http://www.foo.com/archive.html#foo"
  dc:title="Foo Bar"
  trackback:ping="http://www.foo.com/tb.cgi/5" />
</rdf:RDF>
-->

(Dabei muss das ganze wie oben zu sehen in HTML Kommentare, da es sonst invalidexs XHTML wäre.)

Dieser Block kann nun formatiert werden wie man lustig ist und vor allem kann der wo auch immer in einer Komplizierten, invaliden und rießigen HTML Datei stehen. Das diesen zu finden und dort die Trackback-URL herauszufiltern einen enormen Aufwand bedeutet sollte eigentlich jedem einleuchten. Man kann ja nicht einfach nach trackback:ping="([^"]+)" suchen, da da ja auch im normalen Text (wie hier weiter oben) vorkommen kann, aber dafür völlig irelevant ist.

Außerdem können beliebig viele solcher Blöcke vorkommen, und man soll sich dann den richtigen aussuchen.

Ich fasse noch einmal zusammen

Autotrackback hat gegenüber Pingback folgende Nachteile:

  1. Es kann nur in Ressourcen verwendet werden, die Texte beinhalten.
  2. Es bietet keinen Spamschutz. Dieser wird erst durch aufwendige Anti-Spam mechanismen, die entwickelt und betrieben werden wollen realisiert.
  3. Es ist sehr aufwendig die Trackback-URL herauszufinden.

Welche Vorteile bietet Auto-Trackback gegenüber Pingback, die es rechtfertigen würden dass Trackback so viel öfter eingesetzt wird als Pingback? Außer dem guten Marketing von Six Apart.


Pingbacks

  1. MiFoMM » Wie klappt es eigentlich mit
  2. MiFoMM » Verlinken - Ja, aber Wie?
  3. Markgrafendamm » Pingback vs. Trackback
  4. Filmtrip in der Social Media PReview - Filmtrip - Das Film2.0 Projekt zum Spielfilm Mitfahrgelegenheit
  5. blackyfreud: pingback test

Kommentare

Die Kommentare sind für diesen Eintrag geschlossen.